Ein großer Rabatt ist besonders dann interessant, wenn ohnehin ein Kauf ansteht. Genau an diesem Punkt setzt die neue MediaMarkt-Aktion an: Ab dem 1. Oktober 2026 sollen Mitglieder bei ausgewählten Produkten den enthaltenen Mehrwertsteueranteil sparen können. Für Fernseher, Smartphones, Notebooks, Haushaltsgeräte oder Gaming-Zubehör kann das auf den ersten Blick nach einer guten Gelegenheit aussehen.
Der entscheidende Punkt ist aber nicht die große Prozentzahl in der Werbung. Entscheidend ist, ob der konkrete Artikel tatsächlich an der Aktion teilnimmt, ob der Ausgangspreis fair ist und ob sich der Kauf auch ohne künstlichen Zeitdruck begründen lässt. Eine „MwSt. geschenkt“-Aktion kann einen guten Preis hervorbringen. Sie kann aber ebenso einen ohnehin durchschnittlichen Preis nur attraktiver aussehen lassen.
Wann startet die MediaMarkt-Aktion?
Die Aktion beginnt online am 1. Oktober 2026 um 6:00 Uhr. Nach den aktuell verfügbaren Teilnahmeinformationen läuft sie im MediaMarkt- und SATURN-Onlineshop bis zum 5. Oktober 2026 um 23:59 Uhr. In den Märkten gilt der Aktionszeitraum vom 1. bis zum 5. Oktober 2026. Für den verkaufsoffenen Sonntag am 4. Oktober gelten zusätzlich die lokalen Öffnungszeiten des jeweiligen Marktes.
Voraussetzung ist ein registriertes Kundenkonto bei myMediaMarkt beziehungsweise mySaturn. Die Aktion richtet sich damit nicht automatisch an jeden Besucher des Onlineshops. Wer noch kein Konto besitzt, sollte die Registrierung und den Login möglichst vor dem Start erledigen. Gerade bei stark nachgefragten Produkten kann es außerdem passieren, dass einzelne Varianten bereits vergriffen sind.
Der bereitgestellte Partnerlink führt zur jeweiligen MediaMarkt-Aktions- und Angebotsübersicht. Preise, Verfügbarkeit und die konkrete Kennzeichnung einzelner Artikel können sich während des Aktionszeitraums ändern.
Warum 19 Prozent Rabatt nicht wirklich 19 Prozent sind
Die Formulierung „19% MwSt. geschenkt“ ist im deutschen Einzelhandel bekannt, wird aber häufig missverstanden. Ein Produkt kostet im Regal bereits inklusive Mehrwertsteuer. Bei einem Bruttopreis von 119 Euro entfallen bei einem Steuersatz von 19 Prozent genau 19 Euro auf die Mehrwertsteuer. Der Nettopreis beträgt in diesem Beispiel 100 Euro.
Wird die Mehrwertsteuer herausgerechnet, sinkt der Endpreis also von 119 auf 100 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von rund 15,966 Prozent bezogen auf den ursprünglichen Verkaufspreis – nicht von 19 Prozent. Die Werbeaussage ist deshalb nicht automatisch falsch, aber sie sollte korrekt eingeordnet werden.
| Ausgangspreis | 119 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer |
|---|---|
| Enthaltener Steueranteil | 19 Euro |
| Preis nach Herausrechnung | 100 Euro |
| Tatsächlicher Nachlass auf den Endpreis | rund 15,966 Prozent |
Bei einem Artikel für 500 Euro wären das rechnerisch rund 79,83 Euro Preisvorteil, sofern der Artikel vollständig teilnimmt und keine weitere Einschränkung greift. Bei einem niedrigeren Preis fällt die Ersparnis entsprechend kleiner aus. Versandkosten, Zusatzleistungen oder abweichende Bedingungen können den tatsächlichen Endbetrag beeinflussen.
Welche Produkte nehmen teil?
Die Aktion gilt nicht pauschal für das gesamte Sortiment. Teilnahmeberechtigt sind ausgewählte und entsprechend gekennzeichnete Artikel. Das bedeutet: Selbst innerhalb einer Produktkategorie können einzelne Modelle teilnehmen, während ähnlich ausgestattete Varianten vom Rabatt ausgeschlossen sind.
Besonders wichtig ist der Hinweis auf Käufe bei Drittanbietern. MediaMarkt betreibt einen Marktplatz, auf dem neben MediaMarkt selbst auch andere Händler Produkte anbieten. Nach den veröffentlichten Aktionsbedingungen sind solche Marktplatzkäufe von der Aktion ausgeschlossen. Ein Artikel kann also auf der MediaMarkt-Seite erscheinen, ohne automatisch für den MwSt.-Vorteil berechtigt zu sein.
Vor dem Kauf solltest du deshalb nicht nur auf das Produktbild oder den angezeigten Preis schauen. Prüfe auch den Verkäufer, die Aktionskennzeichnung und die Hinweise im Warenkorb.
- Ist der Artikel ausdrücklich als Teil der MwSt.-Aktion gekennzeichnet?
- Wird das Produkt direkt von MediaMarkt verkauft?
- Wird der Rabatt im Warenkorb tatsächlich abgezogen?
- Gilt die Aktion für genau diese Speichergröße, Farbe oder Modellvariante?
- Bleibt der Preis inklusive Versand und möglicher Zusatzkosten attraktiv?
Ein Rabatt, der erst nach dem Einloggen sichtbar wird, sollte ebenfalls vor dem letzten Bestellschritt kontrolliert werden. Falls der Vorteil nicht automatisch auftaucht, ist der Artikel möglicherweise ausgeschlossen oder die Teilnahmebedingung wurde nicht erfüllt.
So bereitest du dich sinnvoll vor
MediaMarkt empfiehlt, vor dem Start eine Wunschliste zu erstellen und einen Preisalarm einzurichten. Beides kann hilfreich sein, ersetzt aber keinen unabhängigen Preisvergleich. Eine Wunschliste sorgt vor allem dafür, dass bereits interessante Produkte schneller wiedergefunden werden. Der Preisalarm informiert über Veränderungen, sagt aber nichts darüber aus, ob der neue Preis tatsächlich gut ist.
Am sinnvollsten ist eine kleine persönliche Einkaufsliste mit konkreten Modellnummern. „Ein Fernseher mit 65 Zoll“ ist als Vorbereitung zu ungenau. Besser ist die Festlegung auf ein oder zwei konkrete Modelle, die bei Ausstattung, Größe und Preis grundsätzlich passen.
- Modellnummer und gewünschte Variante notieren.
- Den aktuellen Preis vor dem Aktionsstart festhalten.
- Mindestens einen unabhängigen Preisvergleich durchführen.
- Vorgänger und technisch ähnliche Alternativen prüfen.
- Ein persönliches Preislimit festlegen.
Gerade bei Technikprodukten ist der Vorgänger häufig die interessantere Wahl. Ein älteres Smartphone, ein Fernseher aus dem Vorjahr oder ein bereits länger erhältliches Notebook kann im Alltag nahezu gleich gut sein und bereits dauerhaft günstiger angeboten werden. Die MwSt.-Aktion macht dann nicht automatisch das neuere Modell zum besseren Kauf.
Wann die Aktion besonders interessant sein kann
Der größte Nutzen entsteht, wenn ein geplanter Kauf zeitlich ohnehin ansteht. Wer beispielsweise einen Fernseher für einen bevorstehenden Umzug benötigt oder ein defektes Haushaltsgerät ersetzen muss, kann durch den zusätzlichen Rabatt einen spürbaren Betrag sparen. Auch bei höherpreisigen Produkten fällt der rechnerische Vorteil in Euro stärker ins Gewicht.
Interessant kann die Aktion außerdem sein, wenn ein konkretes Wunschmodell bereits zu einem fairen Marktpreis angeboten wird. Dann kommt der Rabatt tatsächlich zusätzlich hinzu, statt lediglich einen vorher angehobenen oder durchschnittlichen Preis zu kaschieren.
Für die Kaufentscheidung sollten neben dem Preis aber auch Lieferzeit, Rückgabemöglichkeiten, Garantieabwicklung und die genaue Ausstattung zählen. Bei Notebooks sind beispielsweise Arbeitsspeicher, Display und SSD wichtiger als ein auffälliger Rabatt. Bei Fernsehern können Bildverarbeitung, Anschlüsse und das Betriebssystem entscheidender sein als ein paar Prozentpunkte Preisvorteil.
Wann der Kauf trotz Rabatt keine gute Idee ist
Ein Rabatt beseitigt keine technischen Schwächen. Wenn ein Fernseher zu wenige HDMI-Anschlüsse besitzt, ein Notebook zu wenig Arbeitsspeicher hat oder ein Smartphone nicht lange mit Updates versorgt wird, ändert daran auch eine MwSt.-Aktion nichts. Der günstigere Preis kann die falsche Entscheidung sogar schwerer erkennbar machen.
Vorsicht ist auch bei Zubehör, Servicepaketen und Finanzierung angebracht. Ein verlängertes Garantiepaket oder eine Zusatzleistung kann den Endbetrag deutlich erhöhen. Bei Ratenzahlungen sollte nicht nur auf eine mögliche werbliche Null-Prozent-Angabe geschaut werden. Entscheidend sind die vollständigen Bedingungen, die Laufzeit und mögliche Kosten bei späteren oder abweichenden Verfügungen.
Aus meiner Sicht solltest du besonders dann abwarten, wenn der Kauf nur durch die Aktion plötzlich dringend wirkt. Ein fünf Tage begrenztes Angebot ist kein Beweis dafür, dass ein Produkt danach dauerhaft teurer bleibt. Ebenso wenig ist der Vergleich mit einer unverbindlichen Preisempfehlung automatisch ein Nachweis für einen guten Deal.
Welche Alternativen solltest du prüfen?
Die naheliegendste Alternative ist zunächst der reguläre Preisvergleich bei anderen Händlern. Dabei sollte dasselbe Modell mit identischer Ausstattung verglichen werden. Unterschiedliche Speichergrößen, Farbvarianten oder regionale Modellnummern können den Vergleich verfälschen.
Bei Gaming-Produkten kann auch ein Blick auf die langfristige Preisentwicklung sinnvoll sein. Wie stark sich Preisänderungen auf die Kaufentscheidung auswirken, zeigt beispielsweise die Kaufberatung zu Xbox Series X und Series S. Dort wird deutlich, dass nicht nur ein einzelner Angebotspreis zählt, sondern auch der Abstand zu Alternativen und Vorgängermodellen.
Für Computerhardware lohnt sich außerdem ein Blick auf die Plattformkosten. Ein günstiger Prozessor kann weniger attraktiv sein, wenn Mainboard, Arbeitsspeicher oder Netzteil den Gesamtpreis erhöhen. Die Hintergründe zu steigenden Kosten bei Ryzen, Radeon und AM5 findest du in der Einordnung der AMD-Preiserhöhungen.
Bei Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik kann ein Vorgängermodell die bessere Alternative sein. Bei Smartphones kommen generalüberholte Geräte infrage, sofern Zustand, Akkugarantie und Rückgaberecht transparent geregelt sind. Eine Alternative ist aber nur dann sinnvoll, wenn sie beim tatsächlich benötigten Funktionsumfang mithalten kann.
Für wen lohnt sich die MediaMarkt-Aktion?
Die Aktion eignet sich vor allem für registrierte Mitglieder, die bereits ein konkretes Produkt im Blick haben und dessen Preis vor dem Start beobachten. Besonders bei höherpreisigen, teilnehmenden Artikeln kann der rechnerische Vorteil spürbar sein. Auch wer ohnehin bei MediaMarkt kaufen möchte und dort passende Liefer- oder Abholoptionen findet, kann von der Aktion profitieren.
Nicht geeignet ist die Aktion für Personen, die sich nur wegen der Werbung zum Kauf verleiten lassen. Auch bei nicht teilnehmenden Marktplatzartikeln, bereits deutlich günstigeren Konkurrenzangeboten oder unpassender Ausstattung bringt der Rabatt keinen echten Vorteil.
Vor dem Kauf sollte daher mindestens eine einfache Frage beantwortet werden: Würde ich dieses konkrete Modell auch dann kaufen, wenn der Rabatt nicht groß auf der Startseite beworben würde? Wenn die Antwort klar nein lautet, ist Zurückhaltung meistens die bessere Entscheidung.
Fazit
Die MediaMarkt-Aktion „19% MwSt. geschenkt“ startet am 1. Oktober 2026 um 6:00 Uhr online und richtet sich an registrierte Mitglieder. Der Zeitraum endet online am 5. Oktober um 23:59 Uhr; in den Märkten gelten die jeweiligen Öffnungszeiten. Der Vorteil gilt nur für ausgewählte und gekennzeichnete Artikel. Käufe bei Drittanbietern sind nach den veröffentlichten Bedingungen ausgeschlossen.
Die wichtigste Einordnung betrifft die Rabattberechnung: Der enthaltene Mehrwertsteueranteil entspricht bei einem Steuersatz von 19 Prozent einem Nachlass von rund 15,966 Prozent auf den ursprünglichen Endpreis. Das kann bei teuren Produkten durchaus einen merkbaren Betrag ausmachen, ist aber kein Freifahrtschein für jeden Kauf.
Meine Empfehlung ist deshalb eine nüchterne Vorbereitung. Lege konkrete Modelle auf die Wunschliste, notiere die Preise vor dem Start, prüfe den Verkäufer und vergleiche die Angebote mit anderen Händlern sowie mit Vorgängermodellen. Erst wenn Ausstattung, Preis und Bedingungen zusammenpassen, wird aus der Werbeaktion ein sinnvoller Kaufvorteil.







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