Eine Konsole wird normalerweise mit der Zeit günstiger. Bei der Xbox Series X und Series S passiert aktuell das Gegenteil: Microsoft hat die empfohlenen Preise zum 1. August 2026 erneut angehoben. Besonders auffällig ist die Xbox Series X mit Laufwerk, die inzwischen deutlich mehr kostet als bei ihrer Markteinführung im Jahr 2020.
Das ist nicht nur eine schlechte Nachricht für Schnäppchenjäger. Die Preiserhöhung verändert auch die grundsätzliche Kaufentscheidung. Eine Xbox kann wegen des Game Pass, der Abwärtskompatibilität und der Play-Anywhere-Strategie weiterhin interessant sein. Gleichzeitig fällt es aber schwerer, die Hardware als besonders günstigen Einstieg in die aktuelle Konsolengeneration zu empfehlen.
Was kostet die Xbox Series X und Series S seit August 2026?
Microsoft hat die Preise der verfügbaren Xbox-Konsolen weltweit angepasst. Die konkreten Preise können je nach Land und Händler abweichen, für Deutschland werden derzeit jedoch folgende Größenordnungen genannt:
| Modell | Preis vor der Erhöhung | Preis seit 1. August 2026 |
|---|---|---|
| Xbox Series S, 512 GB | 349,99 Euro | 499,99 Euro |
| Xbox Series S, 1 TB | 399,99 Euro | 599,99 Euro |
| Xbox Series X Digital | 549,99 Euro | 749,99 Euro |
| Xbox Series X mit Laufwerk | 599,99 Euro | 799,99 Euro |
Die Werte sind als aktuelle Preisorientierung zu verstehen. Händler können einzelne Modelle günstiger oder teurer anbieten, und die Verfügbarkeit ist bei Xbox-Konsolen teilweise unübersichtlich. Microsoft hat außerdem eine 2-TB-Variante der Xbox Series X aus dem regulären Programm genommen. Damit wird die Auswahl nicht nur teurer, sondern auch kleiner.
Besonders drastisch wirkt der Vergleich mit dem Marktstart. Die Xbox Series X kam im November 2020 für 499,99 Euro auf den Markt, die Xbox Series S startete bei 299,99 Euro. Die Series X mit Laufwerk kostet heute damit rund 300 Euro mehr als zum Start. Bei der kleinen Series S ist der Abstand ebenfalls erheblich.
Warum erhöht Microsoft die Preise?
Microsoft begründet die neue Preisrunde vor allem mit gestiegenen Kosten für Speicher- und Speicherkomponenten. Dazu zählen unter anderem Arbeitsspeicher und SSD-Speicher, die in Konsolen eine wichtige Rolle spielen. Nach Angaben aus dem Xbox-Umfeld haben sich die Kosten für bestimmte Komponenten seit der letzten Anpassung deutlich erhöht.
Diese Erklärung ist grundsätzlich nachvollziehbar. Konsolen enthalten inzwischen schnelle SSDs, leistungsfähige Speicherchips und komplexe Prozessoren. Wenn zentrale Bauteile teurer werden, kann das die Kalkulation eines Herstellers beeinflussen. Trotzdem erklärt die Begründung nicht automatisch die gesamte Größenordnung der Erhöhung.
Eine Konsole ist kein isoliertes Produkt. Microsoft verdient nicht nur am Verkauf der Hardware, sondern auch an Spielen, Zubehör, Abonnements und digitalen Käufen. In früheren Generationen wurden Konsolen teilweise bewusst mit geringer Marge verkauft, um eine große Nutzerbasis aufzubauen. Die aktuelle Preisstrategie wirkt eher so, als wolle Microsoft die Hardware-Marge stärker schützen.
Für Käufer ist dabei entscheidend: Die Preissteigerung bringt keine neue GPU, keinen schnelleren Prozessor und keine zusätzliche Funktion. Es handelt sich um dieselbe Konsolengeneration mit derselben technischen Basis. Höhere Produktionskosten können ein Grund für einen höheren Preis sein, machen das Produkt aber nicht automatisch wertvoller.
Was kann die Xbox Series X im Alltag noch bieten?
Die Xbox Series X bleibt technisch die leistungsstärkste Konsole innerhalb der aktuellen Xbox-Familie. Sie ist für 4K-Gaming ausgelegt, besitzt ein Laufwerk und bietet deutlich mehr Grafikleistung als die Series S. Gerade bei großen Spielen mit hohen Auflösungen, aufwendigen Texturen und stabilen Bildraten ist sie die passendere Xbox.
Das Laufwerk ist dabei mehr als ein kleines Zusatzfeature. Käufer können gebrauchte Spiele nutzen, Discs ausleihen oder Spiele im stationären Handel kaufen. Gerade bei höheren Spielepreisen kann das langfristig einen Teil des Konsolenpreises auffangen. Wer regelmäßig gebrauchte Spiele kauft, sollte deshalb nicht vorschnell zur digitalen Variante greifen.
Die Series X profitiert außerdem von der Abwärtskompatibilität vieler Xbox-One- und Xbox-360-Spiele. Zusammen mit dem Game Pass entsteht eine umfangreiche Bibliothek, wobei sich das konkrete Angebot regelmäßig verändert. Für Nutzer, die bereits eine digitale Xbox-Bibliothek besitzen, ist der Wechsel innerhalb des Xbox-Ökosystems unkompliziert.
Die Nachteile bleiben allerdings bestehen. Die Konsole ist inzwischen mehrere Jahre alt, neue Spiele erscheinen teilweise auch für den PC und andere Xbox-Geräte. Wer hauptsächlich einzelne große Veröffentlichungen spielen möchte, erhält für 799,99 Euro möglicherweise bei einer anderen Plattform mehr Gegenwert.
Die Series S ist günstiger – aber nicht mehr wirklich günstig
Die Xbox Series S war ursprünglich als preiswerter Einstieg in die neue Generation gedacht. Sie ist kleiner, verzichtet auf ein Laufwerk und richtet sich an Nutzer, die digital kaufen oder hauptsächlich den Game Pass verwenden. Die geringere Grafikleistung fällt besonders bei hohen Auflösungen und anspruchsvollen Spielen auf.
Mit einem Preis von 499,99 Euro für die 512-GB-Version verliert dieses Konzept jedoch einen wichtigen Vorteil. Die Series S ist zwar weiterhin kompakter als die Series X und technisch genügsamer, aber der Abstand zur leistungsstärkeren Konsole wird aus Käufersicht schwieriger zu rechtfertigen.
Hinzu kommt der begrenzte Speicherplatz. Moderne Spiele können sehr groß sein, und 512 GB sind nach Abzug des Systembereichs schnell belegt. Eine Erweiterungskarte kann das Problem lösen, kostet aber zusätzlich Geld. Damit steigt der Gesamtpreis, ohne dass sich die Grafikleistung verbessert.
Die Series S passt deshalb vor allem zu Nutzern mit klaren Erwartungen:
- Du spielst hauptsächlich digitale Titel oder nutzt den Game Pass.
- Du brauchst keine 4K-Ausgabe und kannst mit reduzierten Grafikeinstellungen leben.
- Du möchtest eine kleine, leise Konsole für einen Zweitfernseher oder ein kleineres Zimmer.
- Du findest ein deutlich günstigeres Händler- oder Gebrauchtangebot.
Für anspruchsvolle Spieler, die viele große Spiele installieren und langfristig Ruhe beim Speicherplatz möchten, ist die Series S dagegen weniger überzeugend. Die 1-TB-Variante bietet mehr Luft, kostet seit der neuen Preisrunde aber ebenfalls sehr viel.
Was bedeutet die Preiserhöhung für den Game Pass?
Der Game Pass bleibt einer der wichtigsten Gründe für eine Xbox. Je nach Tarif erhalten Abonnenten Zugriff auf eine große Auswahl an Spielen, teilweise auch auf neue Microsoft-Titel. Für Nutzer, die regelmäßig verschiedene Spiele ausprobieren, kann ein Abo wirtschaftlich sinnvoller sein als der Einzelkauf vieler Titel.
Das Abo macht die Konsole aber nicht automatisch günstig. Zum Kaufpreis kommen laufende monatliche oder jährliche Kosten hinzu. Wer die Xbox mehrere Jahre nutzt, sollte deshalb nicht nur den Preis der Hardware betrachten, sondern die Gesamtkosten aus Konsole, Game Pass, zusätzlichem Speicher und Zubehör.
Ein weiterer Punkt ist Xbox Play Anywhere. Einige digital gekaufte Spiele lassen sich auch am PC nutzen, ohne dass ein zweiter Kauf nötig ist. Für Nutzer mit Gaming-PC kann das den Wert des Xbox-Ökosystems erhöhen. Wer ausschließlich auf der Konsole spielt, profitiert von diesem Modell naturgemäß weniger.
Der Game Pass ist somit ein echtes Argument für Xbox, aber kein Freifahrtschein. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob die tatsächlich gewünschten Spiele im passenden Tarif enthalten sind und wie häufig das Angebot genutzt wird.
Für wen lohnt sich die Xbox Series X noch?
Die Xbox Series X kann weiterhin die richtige Wahl sein, wenn bereits eine digitale Xbox-Bibliothek vorhanden ist oder bestimmte Microsoft-Spiele im Mittelpunkt stehen. Auch wer ein Laufwerk benötigt, findet bei der Series X ein praktisches Gesamtpaket. Gerade der Kauf gebrauchter Discs kann im Laufe der Zeit einen Unterschied machen.
Interessant bleibt die Konsole außerdem für Nutzer, die bereits stark in Xbox-Dienste investiert sind. Wer Freunde über Xbox Live beziehungsweise das Xbox-Netzwerk nutzt, einen Game-Pass-Tarif besitzt und seine Spielstände über mehrere Geräte synchronisiert, muss nicht das gesamte Umfeld wechseln.
Der Kauf ist aus meiner Sicht vor allem dann nachvollziehbar, wenn mindestens mehrere dieser Punkte zutreffen:
- Ein Laufwerk ist ausdrücklich gewünscht.
- Die vorhandene digitale Bibliothek soll weiter genutzt werden.
- Game Pass wird regelmäßig und intensiv verwendet.
- Ein leistungsfähiges Gerät für 4K-Fernseher oder große Bildschirme wird benötigt.
- Ein gutes Angebot liegt deutlich unter der offiziellen Preisempfehlung.
Wer dagegen nur gelegentlich spielt und keine Xbox-exklusiven Inhalte benötigt, sollte besonders kritisch rechnen. Der hohe Preis der Series X lässt sich dann schwerer begründen. Auch die Series S ist nicht mehr automatisch die unkomplizierte Budget-Empfehlung, die sie zum Marktstart war.
Für wen lohnt sich der Kauf ausdrücklich nicht?
Wenig sinnvoll ist die Xbox Series X für Nutzer, die vor allem auf den niedrigsten Einstiegspreis achten. Dafür ist die Konsole inzwischen zu teuer. Eine gebrauchte Series X, ein Händlerangebot oder eine andere Plattform kann in dieser Situation das bessere Verhältnis aus Preis und Leistung bieten.
Auch wer hauptsächlich Spiele von Sony oder Nintendo spielen möchte, sollte die Xbox nicht als vermeintlich günstige Zweitkonsole kaufen. Die Plattform hat ihre eigenen Stärken, aber sie ersetzt keine PlayStation- oder Nintendo-exklusiven Spiele.
Die Series S ist wiederum keine gute Wahl für Käufer, die maximale Grafikqualität, hohe Auflösung und möglichst viel Speicherplatz erwarten. Ihre kompakte Bauweise ist praktisch, aber die technischen Einschränkungen sind ein fester Bestandteil des Konzepts.
Vor dem Kauf sollten deshalb diese Fragen ehrlich beantwortet werden:
- Welche Spiele sollen tatsächlich gespielt werden?
- Werden Spiele auf Disc gekauft, ausgeliehen oder gebraucht erworben?
- Wird der Game Pass regelmäßig genug genutzt?
- Ist ein 4K-Fernseher vorhanden und spielt die Bildqualität eine große Rolle?
- Wäre eine gebrauchte Konsole oder ein Gaming-PC langfristig sinnvoller?
Welche Alternativen sind jetzt interessant?
Die naheliegendste Alternative ist eine PlayStation 5. Sie bietet ein anderes Spieleangebot und kann für Nutzer attraktiver sein, die Wert auf bestimmte Sony-Titel oder eine größere Präsenz im stationären Handel legen. Ob sie im konkreten Fall günstiger ist, hängt vom Modell und der aktuellen Händlerverfügbarkeit ab. Ein direkter Preisvergleich zum Kaufzeitpunkt bleibt deshalb wichtig.
Eine gebrauchte Xbox Series X ist möglicherweise die interessanteste Alternative zur neuen Konsole. Die technische Ausstattung bleibt dieselbe, während der Preis auf dem Gebrauchtmarkt stärker vom Zustand, Zubehör und lokalen Angeboten abhängt. Wichtig sind dabei ein seriöser Verkäufer, ein nachvollziehbarer Zustand und die Frage, ob noch eine Rechnung oder Restgarantie vorhanden ist.
Für PC-Spieler ist ein Gaming-PC ebenfalls eine Option. Der Einstieg kann teurer sein, dafür stehen mehr Spiele, flexible Einstellungen und weitere Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung. Microsofts eigene Spiele erscheinen häufig auch für Windows, wodurch der Abstand zwischen Xbox und PC aus Sicht vieler Spieler kleiner wird.
Die Xbox Series S kann trotz der Preiserhöhung sinnvoll sein, wenn sie deutlich unter der offiziellen Preisempfehlung angeboten wird. Als reguläres Neugerät für 499,99 Euro wirkt sie jedoch weniger überzeugend als früher. Hier sollte der Preisvorteil gegenüber der Series X ausreichend groß sein, damit sich die geringere Leistung und der fehlende Laufwerk wirklich lohnen.
Meine Einschätzung zur Xbox-Preiserhöhung
Die Xbox Series X ist keine schlechte Konsole geworden. Sie bleibt leistungsfähig, leise und gut in Microsofts Spiele- und Abo-Ökosystem eingebunden. Die Preiserhöhung macht sie aber deutlich schwieriger zu empfehlen, weil die Hardware inzwischen gegen Produkte und Angebote antritt, die zum Teil einen ähnlichen oder besseren Gegenwert bieten.
Besonders problematisch ist die Wahrnehmung: Käufer zahlen mehr für eine Konsole, die technisch unverändert bleibt und seit 2020 auf dem Markt ist. Die gestiegenen Bauteilkosten können die Entscheidung des Herstellers erklären, aber aus Nutzersicht zählt am Ende der Gesamtwert.
Für eine Series X mit Laufwerk würde ich deshalb nicht automatisch den offiziellen Preis bezahlen. Ein gutes Händlerangebot, ein geprüfter Gebrauchtkauf oder ein Bundle mit echtem Mehrwert kann die Entscheidung deutlich verbessern. Die Series S würde ich nur dann wählen, wenn kompakte Abmessungen, Game Pass und ein reduzierter Anspruch an Grafik und Speicherplatz wirklich im Vordergrund stehen.
Wer noch keine Plattformbindung besitzt, sollte vor dem Kauf der Xbox außerdem PlayStation, PC und gebrauchte Konsolen vergleichen. Die Xbox lohnt sich heute weniger über einen niedrigen Hardwarepreis, sondern vor allem über das gesamte Nutzungskonzept.
Fazit
Microsofts Preiserhöhung zum 1. August 2026 ist für Xbox-Interessenten ein wichtiger Wendepunkt. Die Xbox Series X mit Laufwerk kostet inzwischen 799,99 Euro, während die Series S mit 512 GB bei 499,99 Euro liegt. Damit sind beide Modelle deutlich teurer als zum Marktstart, ohne dass sich an der technischen Leistung etwas geändert hat.
Die Series X bleibt die bessere Xbox für 4K-Gaming, Discs, große Spielebibliotheken und anspruchsvollere Nutzer. Der Game Pass, die Abwärtskompatibilität und Xbox Play Anywhere können den Preis teilweise rechtfertigen. Trotzdem sollte niemand den aktuellen Preis einfach als normal akzeptieren.
Die Series S erfüllt weiterhin ihren Zweck als kompakte Digital-Konsole, verliert aber durch den höheren Preis einen Teil ihrer ursprünglichen Stärke. Besonders die knappe Speicherausstattung und die geringere Grafikleistung müssen vor dem Kauf berücksichtigt werden.
Wer bereits tief im Xbox-Ökosystem steckt, kann den Kauf weiterhin sinnvoll finden. Für Einsteiger ohne Plattformbindung sind gebrauchte Konsolen, gute Händlerangebote, eine PlayStation 5 oder ein Gaming-PC inzwischen ernsthafte Alternativen. Entscheidend ist nicht das Xbox-Logo auf dem Karton, sondern welche Spiele gespielt werden, wie wichtig ein Laufwerk ist und welche Gesamtkosten über mehrere Jahre entstehen.




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