Es war mal wieder Zeit für ein Hardware-Update an meinem Gaming-PC. Dieses Mal habe ich mir eine NVIDIA RTX 5070 Ti von Gigabyte gegönnt. Bis dahin lief in meinem System eine RTX 4070 Ti Super Gaming OC, ebenfalls von Gigabyte.
Also ganz entspannt die neue Grafikkarte gekauft, den PC geöffnet, die alte Karte ausgebaut und die neue eingesetzt. Rechner eingeschaltet … und dann: kein Bild. Stattdessen leuchtete auf dem Mainboard die VGA-LED, und es tat sich absolut nichts. 🤔
Kurz gesagt: Der PC startete, aber die Grafikkarte wurde scheinbar nicht korrekt erkannt. Kein Signal am Monitor, keine Anzeige, nur die ominöse VGA-LED, die mir signalisierte, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.
RTX 5070 Ti: VGA-LED auf dem Mainboard leuchtet – kein Bild
Nach dem Einbau der RTX 5070 Ti begann die Fehlersuche mit den üblichen Verdächtigen. Zuerst habe ich alle Stromstecker überprüft – sowohl am Netzteil als auch direkt an der Grafikkarte. Anschließend habe ich den Sitz der Grafikkarte im PCIe-Slot kontrolliert, alles noch einmal sauber eingesetzt und den PC neu gestartet. Ergebnis: immer noch kein Bild, die VGA-LED auf dem Mainboard leuchtete weiterhin.
Der nächste Schritt war der Arbeitsspeicher. Also alle RAM-Riegel entfernt und das System nur mit einem einzelnen Riegel gestartet. Neustart … leider wieder dasselbe Bild – oder besser gesagt: gar kein Bild.
Daraufhin ging es an das BIOS-Update. Ich habe die neueste BIOS-Version heruntergeladen und das BIOS per USB-Stick geflasht. In meinem Fall handelte es sich um ein ASUS TUF GAMING B650-E WIFI. Wichtig dabei: PCIe 5.0 wird bei diesem Mainboard erst mit dem neuesten BIOS freigeschaltet.
Update durchgeführt, alles korrekt abgeschlossen – doch auch danach: kein Bild.
An diesem Punkt lag die Vermutung nahe, dass das Mainboard die RTX-5000-Serie schlicht nicht korrekt verarbeitet. Also der nächste, konsequente Schritt: neues Mainboard kaufen, diesmal mit nativer PCIe-5.0-Unterstützung.
Die Wahl fiel auf das ASUS ROG STRIX B650 Gaming WIFI. Mainboard eingebaut, direkt wieder das aktuellste BIOS geflasht, anschließend die Grafikkarte eingesetzt, alles angeschlossen, Startknopf gedrückt und …
wieder kein Bild.
Thermaltake Toughpower GT 750W ATX 3.1 – auch mit den neuesten Grafikkarten (PCIe 5.1) kompatibel?
Die entscheidende Erkenntnis bei der Fehlersuche
Im weiteren Verlauf der Fehlersuche rückte schließlich das Netzteil in den Fokus. Zwar war das eingesetzte Modell technisch modern und offiziell mit aktuellen Grafikkarten kompatibel, doch ein genauer Blick auf die PCIe-Leistungsbereitstellung brachte einen wichtigen Hinweis.
Das verwendete Netzteil stellt über den PCIe-5.x-Anschluss maximal 300 Watt zur Verfügung. Für viele Grafikkarten ist das ausreichend (RTX 4070 Ti Super), bei leistungsstarken Modellen der neuesten Generation kann diese Begrenzung jedoch bereits beim Systemstart zu Problemen führen. Gerade in der Initialisierungsphase benötigen moderne GPUs kurzfristig deutlich mehr Leistung, um korrekt erkannt zu werden.
Reicht diese Leistung nicht aus, äußert sich das typischerweise durch:
- eine dauerhaft leuchtende VGA-LED auf dem Mainboard
- kein Bild trotz scheinbar normalem Startvorgang
- eine nicht abgeschlossene Initialisierung der Grafikkarte
Damit wurde klar, dass nicht zwangsläufig ein Defekt an Grafikkarte oder Mainboard vorliegen musste, sondern dass die PCIe-Leistungsgrenze des Netzteils ein möglicher Engpass sein konnte.
Altes Mainboard wieder eingebaut – neues be quiet! Pure Power 13 M Netzteil installiert
Nach der gewonnenen Erkenntnis lag der nächste Schritt auf der Hand. Anstatt weiter an der Grafikkarte oder am Mainboard zu zweifeln, habe ich das zuvor ausgebaute Mainboard wieder eingebaut und den Fokus vollständig auf die Stromversorgung gelegt. Gleichzeitig kam ein neues Netzteil zum Einsatz: das be quiet! Pure Power 13 M mit 850 Watt.
Nach dem Ausbau des bisherigen Netzteils wurde das neue Modell sauber installiert und direkt mit dem nativen PCIe-5.1-Anschluss verbunden. Im Gegensatz zum vorherigen Netzteil stellt das be quiet! Pure Power 13 M bis zu 600 Watt über den 12V-2×6-Anschluss zur Verfügung und bietet damit deutlich mehr Leistungsreserve für moderne High-End-Grafikkarten.
Anschließend wurde die RTX 5070 Ti erneut eingesetzt, alle Kabel sorgfältig überprüft und das System gestartet. Dieses Mal verlief die Initialisierung ohne Auffälligkeiten:
- sofort ein Bild am Monitor
- keine VGA-LED mehr auf dem Mainboard
- der PC startete vollständig und stabil
Damit war klar, dass weder die Grafikkarte noch das Mainboard die Ursache des Problems waren. Entscheidend war die ausreichende PCIe-Leistungsbereitstellung des Netzteils, die mit dem neuen be quiet! Modell endlich gegeben war.
Fazit
Am Ende zeigte sich, wie entscheidend die richtige Stromversorgung bei aktuellen High-End-Grafikkarten ist. Die Probleme mit der RTX 5070 Ti – leuchtende VGA-LED auf dem Mainboard und kein Bild beim Start – hatten weder mit einem Defekt der Grafikkarte noch mit dem Mainboard oder dem BIOS zu tun. Auch PCIe 5.0 oder 5.1 auf dem Mainboard waren nicht der ausschlaggebende Punkt.
Die eigentliche Ursache lag in der PCIe-Leistungsbereitstellung des Netzteils. Obwohl das zuvor eingesetzte Netzteil technisch modern und ATX-3.1-kompatibel war, reichten die 300 Watt über den PCIe-Anschluss nicht aus, um die Grafikkarte zuverlässig zu initialisieren. Erst mit einem Netzteil, das 600 Watt über den nativen 12V-2×6-Anschluss bereitstellt, konnte die RTX 5070 Ti korrekt starten und stabil betrieben werden.
Der Wechsel auf das be quiet! Pure Power 13 M mit 850 Watt brachte schließlich die Lösung: sofortiges Bildsignal, keine VGA-LED mehr und ein vollständig stabiles System.
Wichtigste Erkenntnisse aus dem Upgrade:
- ATX 3.1 allein garantiert keine ausreichende GPU-Versorgung
- entscheidend ist die maximale PCIe-Leistung, nicht nur die Gesamtwattzahl
- moderne GPUs benötigen hohe Leistungsreserven bereits beim Start
- bei der RTX-5000-Serie sind 600 Watt PCIe eine sichere Wahl
Wer also auf eine aktuelle High-End-Grafikkarte umsteigt, sollte beim Netzteil nicht nur auf den Standard, sondern vor allem auf die echte Leistungsabgabe am PCIe-Anschluss achten. Das spart Zeit, Nerven – und unnötige Hardwarekäufe.
Leistungsvergleich im 3DMark Time Spy 4070 Ti Super VS 5070 Ti
Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen Grafikkarte folgte selbstverständlich ein direkter Benchmark-Vergleich mit 3DMark Time Spy, um den Leistungszuwachs messbar darzustellen.
Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache:
RTX 4070 (Grafik-Score): 20.799 Punkte
RTX 5070 Ti (Grafik-Score): 26.405 Punkte
Damit legt die RTX 5070 Ti im direkten Vergleich um rund +5.600 Punkte zu, was einem deutlichen Performance-Gewinn von etwa 27 % entspricht. Gerade in GPU-lastigen Szenarien wie hohen Auflösungen, Raytracing oder zukünftigen Titeln zeigt sich damit klar der Mehrwert der neuen Generation.
Der Benchmark bestätigt somit nicht nur die korrekte Funktion der Hardware, sondern unterstreicht auch, dass sich das Upgrade leistungstechnisch eindeutig auszahlt – vorausgesetzt, die Stromversorgung ist passend dimensioniert.