Warum sorgt das Galaxy Tab S12 Ultra für Diskussionen?
Tablets sind für viele längst mehr als nur ein Gerät für Netflix oder das Surfen auf der Couch. Gerade die Ultra-Modelle von Samsung richten sich an Nutzer, die echte Laptop-Alternativen suchen: zum Arbeiten, Zeichnen, Spielen oder kreativen Arbeiten. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Performance, Display und Ausstattung – und entsprechend kritisch wird jede große Änderung betrachtet.
Mit dem Galaxy Tab S12 Ultra geht Samsung einen durchaus überraschenden Schritt: Statt eines hauseigenen Exynos- oder einem Snapdragon-Chip setzt Samsung erstmals auf einen Prozessor von MediaTek. Gleichzeitig bleibt das auffällige Notch-Design erhalten. Was bedeutet das für die Praxis? Und lohnt sich ein Umstieg oder Neukauf wirklich?
Was ist neu beim Galaxy Tab S12 Ultra?
Das S12 Ultra ist die neueste Generation von Samsungs Flaggschiff-Tablet-Reihe. Während sich das Design auf den ersten Blick kaum verändert hat, ist der Wechsel auf einen MediaTek-Prozessor der eigentliche Knackpunkt. Bislang galten Qualcomm Snapdragon oder Exynos bei Samsung-Tablets als gesetzt, vor allem in den Top-Modellen.
Für Nutzer bedeutet das: Die Performance, Energieeffizienz und auch die Software-Kompatibilität könnten sich anders anfühlen als bei den Vorgängern. Das S12 Ultra bleibt außerdem beim bekannten Notch-Design – ein Punkt, der schon in der Vergangenheit nicht jedem gefallen hat.
MediaTek statt Snapdragon oder Exynos: Was steckt dahinter?
MediaTek hat in den letzten Jahren vor allem im Mittelklasse-Bereich viele Marktanteile gewonnen. Die aktuellen Dimensity-Chips sind leistungstechnisch durchaus konkurrenzfähig, allerdings haftet dem Namen in einigen Köpfen noch immer das Image von “günstig, aber nicht ganz High-End” an.
Für Samsung ist der Schritt zu MediaTek ungewöhnlich – und könnte verschiedene Gründe haben: Liefersicherheit, Kosten, Energieeffizienz oder schlicht bessere Verfügbarkeit. Für Nutzer bleibt entscheidend, was das im Alltag bringt – und wo eventuell Abstriche gemacht werden müssen.
Leistung: Was bedeutet der MediaTek-Chip für den Alltag?
Ohne eigene Benchmarks oder ausführliche Testdaten lässt sich Stand heute nur ein vorsichtiger Ausblick geben. Die aktuellen MediaTek-SoCs bieten in der Regel eine solide Alltagsperformance und sind bei vielen Aufgaben (Web, Office, Streaming, Casual Games) mehr als ausreichend schnell.
Bei sehr anspruchsvollen Anwendungen, etwa aufwendiger Bild- oder Videobearbeitung oder bei High-End-Games, könnten Snapdragon-Chips (wie im Galaxy Tab S11 Ultra) aber weiterhin die Nase vorn haben – vor allem bei Grafikleistung und thermischer Stabilität.
Das Notch-Design bleibt: Vorteil oder Nachteil?
Samsung bleibt beim S12 Ultra dem Notch-Design treu – also einer kleinen Aussparung im Display, meist für die Frontkamera. Das polarisiert: Manche empfinden es als störend, etwa beim Filmgenuss oder Zeichnen, andere stört es im Alltag kaum.
Fakt ist: Die Notch bietet die Möglichkeit für bessere Kameras, sorgt aber für einen sichtbaren “Einschnitt” ins Display. Wer ein möglichst ungestörtes Bild will, wird damit nicht glücklich. Für Videokonferenzen oder Face-Unlock-Fans kann die Notch aber einen echten Mehrwert bieten.
Vergleich: Galaxy Tab S12 Ultra vs. Vorgänger und Alternativen
| Modell | Galaxy Tab S12 Ultra | Galaxy Tab S11 Ultra | Apple iPad Pro 2026 |
|---|---|---|---|
| Prozessor | MediaTek (Modell aktuell nicht spezifiziert) | Snapdragon | Apple M3 |
| Display | OLED, Notch | OLED, Notch | Mini-LED, ohne Notch |
| Stift-Support | S Pen | S Pen | Apple Pencil |
| Stärken | aktuelle Software, erweiterter Support, evtl. bessere Akkulaufzeit | oft günstiger, bewährte Performance, große Community | höchste Performance, beste Apps für Kreative |
| Schwächen | MediaTek-Image, Software-Kompatibilität noch offen, Notch bleibt | älterer Chip, Software-Supportzeit läuft aus | teuer, keine Android-Apps |
Diese Tabelle zeigt: Das neue S12 Ultra ist nicht automatisch in allen Punkten besser. Für viele Einsatzbereiche kann auch ein Vorgänger oder ein iPad die bessere Wahl sein – je nach persönlichen Anforderungen.
Für wen lohnt sich das Galaxy Tab S12 Ultra mit MediaTek?
- Wer ein Android-Tablet mit großem, hochwertigem Display für Medien, Office und leichte Kreativaufgaben sucht
- Wer Wert auf aktuelle Software und lange Update-Versorgung legt
- Wer das Samsung-Ökosystem (S Pen, Samsung Notes, DeX) nutzt
Für diese Nutzer bietet das S12 Ultra viele Vorteile, auch wenn der Wechsel zu MediaTek zunächst ungewohnt klingt.
Für wen lohnt es sich (noch) nicht?
- Wer maximale Gaming- oder Grafikleistung erwartet
- Wer spezielle kreative Apps nutzt, die für Snapdragon oder Apple optimiert sind
- Wer sich an der Notch stört und ein rahmenloses Display bevorzugt
- Wer ein begrenztes Budget hat und auch mit einem S11 Ultra oder einem aktuellen Mittelklasse-Tablet glücklich wird
Gerade Power-User und anspruchsvolle Kreative sollten vor dem Kauf auf Praxiserfahrungen und Software-Kompatibilität achten.
Welche Alternativen gibt es?
Wer nicht zwingend das allerneueste Modell braucht, findet mit dem Galaxy Tab S11 Ultra noch immer ein sehr leistungsfähiges Android-Tablet – oft günstiger und mit Snapdragon-Chip. Auch das Apple iPad Pro bleibt für Kreativprofis und Power-User eine starke Alternative, wenn iPadOS passt.
Im Android-Bereich gibt es zudem Mittelklasse-Tablets mit Snapdragon oder MediaTek, die für viele Alltagsaufgaben ausreichen und deutlich weniger kosten – allerdings meist mit Abstrichen bei Display, Stift-Support und Software-Updates.
Was sollte man vor dem Kauf unbedingt klären?
Vor der Entscheidung für das S12 Ultra mit MediaTek lohnt es sich, folgende Fragen zu beantworten:
- Welche Apps und Aufgaben nutze ich wirklich regelmäßig?
- Ist mir maximale Leistung oder lange Akkulaufzeit wichtiger?
- Stört mich eine Notch im Display?
- Wie wichtig ist mir das Samsung-Ökosystem?
- Bin ich auf spezielle Features oder Kompatibilität angewiesen?
Gerade bei neuen Chips kann es anfangs noch Kinderkrankheiten geben – Updates, App-Unterstützung und Zubehör-Kompatibilität sind Punkte, die man im Auge behalten sollte.
Wie sieht es mit Updates, Software und Zubehör aus?
Samsung gehört zu den Herstellern mit den längsten Update-Zusagen im Android-Bereich. Auch beim S12 Ultra dürfte man von mehreren Jahren Software-Support ausgehen. Bei Zubehör und Custom-ROMs kann es aber durch den neuen Chip anfangs zu Verzögerungen kommen – vor allem, wenn Entwickler den MediaTek-Prozessor noch nicht unterstützen.
Stift-Fans dürfen sich über den weiterhin unterstützten S Pen freuen. Wer auf spezielle Tastaturen, Hüllen oder Docks angewiesen ist, sollte aber genau prüfen, ob das Zubehör schon für das S12 Ultra passt.
Wie wichtig ist das Notch-Design wirklich?
Das Notch-Design ist Geschmackssache. Wer viel zeichnet oder Filme schaut, empfindet die Aussparung vielleicht als störend. Wer dagegen Videochats oder Face-Unlock nutzt, profitiert von besserer Technik in der Notch. Letztlich ist es eine persönliche Abwägung.
Fazit
Das Galaxy Tab S12 Ultra ist ein mutiges Update: Samsung setzt auf einen MediaTek-Prozessor und bleibt beim umstrittenen Notch-Design. Für den Alltag dürfte die Leistung für die meisten Nutzer ausreichen, zumal Samsung bei Display, Stift und Software traditionell stark ist. Wer aber maximale Performance, Kompatibilität oder ein notchfreies Design will, sollte die Alternativen nicht aus dem Blick verlieren – oder zumindest die ersten Praxiserfahrungen abwarten. Das S12 Ultra ist kein Muss-Upgrade für alle, aber eine spannende Option für Fans des Samsung-Ökosystems und Nutzer, die Wert auf aktuelle Software und lange Updates legen.




Kommentare
Diskutiere mit
Noch keine Kommentare. Sei der Erste.